In der Sonne von Mexico

Als wir gegen 19 Uhr Ortszeit unser Zimmer in Cancun direkt am Meer beziehen, sind wir 22 Stunden auf den Beinen und die Wellen rauschen uns in den Schlaf. Natürlich bin ich morgens früh wach und schaue entzückt aus dem Fenster. Ein malerischer Sonnenaufgang und Pelikane auf dem Felsen direkt vor dem Fenster begrüßen mich. Obwohl erst 7 Uhr ist es draußen schwülwarm. Nach dem Frühstück mit viel Obst besuchen wir den Mercado 28 und bummeln neugierig an den vielen Verkaufsständen entlang. Grellbunte Textilien, Schuhe, Kunsthandwerkliches und jede Menge Kitsch, dazwischen Friseure, dann Fleisch, Obst und Gemüse und kleine Imbissbuden. Später gehen wir zum Wasser. Das ist glasklar, 27o C warm, von unglaublichem Blau und sehr salzig, so dass die Augen brennen. Schnell noch ein paar Ansichtskarten schreiben, dann treibt uns der Magen ans Mexikanische Buffet. Suppe, Salate, Gemüse, mehrere Fleisch- und Fischgerichte, natürlich Tortilla und eine Dessertauswahl – oh, ich platze
gleich. Nach 3 Tagen Sonne und Meer packen wir für unsere Rundreise Auf den Spuren der Maya.
Zuerst geht es nach Süden, Richtung Tulum. Die Ruinenstadt war noch im 16. Jahrhundert dicht besiedelt und zieht heute Scharen von Touristen an. Eine wehrhafte Mauer umschließt den Kultbereich mit kleinen, auf Plattformen ruhenden Tempeln. Der Haupttempel steht an exponierter Stelle am Ozean, wo das vorgelagerte Riff eine schmale natürliche Fahrrinne in den Hafen bot. Mayaschiffe konnten sich an 2 Signalfeuern im Tempel orientieren. Für Spanier war das Riff unpassierbar. Den schönsten Blick bietet der Tempel des Windgottes auf einem Kalkfelsen über dem Meer. Zum Tagesabschluss besuchen wir den Naturpark Xel-ha. Hier mischen sich die süßen Wasser eines unterirdischen Flusses mit dem des Ozeans in einer traumhaften, fischreichen Lagune. Man kann schnorcheln und schwimmen.
Heute besuchen wir Chichen Itza. Die um 800 gebaute 25 Meter hohe Pyramide des Kukulcan beeindruckt durch ihre tiefe kosmische Symbolik von Ausrichtung, Stufen und Plattformen. Erst vor 35 Jahren wurde entdeckt, dass am Äquinoktium Licht und Schatten einen Schlangenkörper bilden, der sich die Pyramide hinabwindet. Die Pyramide des Kukulcan hat 92 Stufen, je ca. 30 cm hoch. Ein phantastischer Ausblick über die Ruienenstadt belohnt für den schweißtreibenden Aufstieg.
Am nächsten Morgen starten wir Richtung Uxmal. Das Hotel ist ein Traum. Zweistöckige Häuser in einem weitläufigen Park umgeben den Pool. Wir bewohnen ein riesiges Zimmer mit Veranda und Schaukelstuhl, 3 Meter breitem Bett und Wirlwanne. Die Besichtigungsrunde führt uns zunächst zum Wahrsagetempel. Daran schließt sich das „Viereck der Nonnen“, eine 65 x 45 Meter große Anlage aus Tempeln und Gängen. Besonders reizvoll ist ein breiter dekorativer Fries aus geometrischen Mustern und stilisierten Masken.
Am Morgen begrüßen exotische Vogelstimmen einen sonnigen Tag. Wir haben ca. 780 km Fahrt durch wechselhafte Landschaften nach Palenque am Fuß der Sierra Matre-Gebirgskette vor uns. Als wir den Golf von Mexiko erreichen, führt die Küstenstraße teilweise nur 2-3 Meter neben den flachen Wellen am Strand entlang. Zahlreiche Pelikane, Reiher und Möwen lassen Fischreichtum vermuten. Das Restaurant zur Mittagsrast besteht aus Holzpfosten auf Betonfußboden direkt am Wasser, mit Palmwedel Dach und Windschutzwand aus Folie, Plastikstühlen und einem kleinen Steingebäude für Küche und Toiletten. Wir probieren Fischsuppe mit Krebsfleisch, Meeresfrüchtesalat aus Srimps, Tintenfisch und Austern und Fischfilet mit Srimpsfüllung. Alles ist ganz frisch und lecker zubereitet. Wir verlassen den Golf von Mexiko auf einer schmalen Straße quer über eine langgestreckte Lagune. Nun geht es stundenlang durch eine offene, mit extensiver Rinderhaltung genutzte Landschaft.
Das Hotel Plaza Palenque empfängt uns mit einem Willkommensdrink. Am Morgen besuchen wir die bekannten und als Weltkulturerbe erhaltenen Ruinen von Palenque. Hier sollen zur Mayazeit bis zu 50.000 Menschen gelebt haben. Die Gebäude passen sich mit einzigartiger Harmonie in die Landschaft. Am Tempel der Innschriften sind über 600 Hieroglyphen zu bewundern. Der Herrscherpalast steht mit seinen verschachtelten Höfen auf einer Plattform. Besonders eindrucksvoll ist der botanische Weg durch den Dschungel. Ein mächtiger Mahagonibaum, armdicke Lianen, Termitenbauten, Libellen und bunte Schmetterlinge ziehen unsere Blicke auf sich. Als wir die kaskadenartigen Wasserfälle erreicht haben, ertönt aus der Ferne plötzlich Gebrüll wie von einer Raubkatze, das rasch näher kommt. Ich stehe auf einer Hängebrücke und sehe hoch in den Wipfeln eine Familie Brüllaffen possierlich turnen.
Heute geht es noch weiter bis Campeche. Am Morgen ist unser Ziel die Lagune von Celestun. Der 5900 ha große Nationalpark ist ein berühmtes Vogelparadies. Mit kleinen überdachten Motorbooten fahren wir zu Kolonien von Flamingos, Pelikanen, Kormoranen, Reihern und Fregattvögeln. Ein Stück geht es durch eine schmale Fahrrinne durch die Mangroven, die mit dem Farbstoff ihrer Wurzeln für die rotbraune Farbe des Wassers der Lagune verantwortlich sind.
Auf der Rückfahrt nach Cancun halten wir in einem Mayadorf. Hier hat man sich zu einer Kooperative zusammengeschlossen, um ohne Zwischenhändler in Heimarbeit gefertigte Handarbeiten, Silberschmuck, Holzschnitzereien und jede Menge Souvenirs an Touristen zu verkaufen. Die Toiletten sind sehr sauber, aber die Preise für das Angebotene hoch. Zurück im Hotel in Cancun liegen ca. 2800 km Busfahrt und unvergessliche Eindrücke hinter uns. Wir relaxen noch 3 Tage am Strand, bevor die Heimat uns zurückerhält.